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Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.

Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach steht wieder auf dem Programm unserer Kantorei. Diesmal sind es die Kantaten IV – VI, die Bach für Neujahr, Sonntag nach Neujahr und Epiphanias schrieb.

Die Aufführung in unserer Eusebiuskirche ist, dieser zeitlichen Einordnung entsprechend, am Erscheinungsfest, den
6. Januar 2012, um 17:00 Uhr. Bachs volkstümlichstes und berühmtestes aller geistlichen Vokalwerke hat im Laufe der Jahrhunderte nichts an seiner Kraft eingebüßt.

Das originale Textbuch der ersten Aufführung des Werkes trägt die Überschrift: „ORATORIUM, Welches Die heilige Weynacht über In beyden Haupt- Kirchen zu Leipzig musiciret wurde. ANNO 1734“.
Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und dem Epiphaniasfest 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt. Seine Wiederentdeckung verdankt das Werk der Berliner Singakademie, der ältesten gemischten Chorvereinigung der Welt.
Am 17. Dezember 1857 wurde es zum ersten mal nach Bachs Tod in Berlin wiederaufgeführt.
Ab Mitte des 20. Jahrhunderts erzielte es im Zuge der kirchenmusikalischen Erneuerungsbewegungen große Breitenwirkung.
Bis heute erfreut es sich einer ungebrochenen Beliebtheit. Allein in Berlin soll es im letzten Jahr 50 Aufführungen gegeben haben.
Feierliche Eröffnungs- und Schlusschöre, die Vertonung der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte in den Rezitativen, eingestreute Weihnachtschoräle und Arien der Gesangssolisten prägen das Oratorium.
Die sechs Teile werden durch die Freude über die Geburt Christi verbunden. Hauptthema der Kantate IV ist die Beschneidung und Namensgebung Jesu, die in feierlicher wie meditativer Weise besungen wird.

Am Beginn steht mit „Fallt mit Loben, fallt mit Danken“ ein bewegender, von Hörnerklang geprägter Eingangschor. Inhalt der V. Kantate ist der Besuch der Weisen aus dem Morgenland, eingeleitet mit einem lebhaften, konzertanten und rasanten Eingangschor, der das universale Gotteslob zum Gegenstand hat. „Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben, so hilf, dass wir im festen Glauben, nach deiner Macht und Hilfe sehn“ wird zu Beginn von Kantate VI dem Feind Herodes entgegen geschleudert. Die virtuosen Trompeten in diesem klangprächtigen Satz stimmen mit ihren Fanfarenklängen den Kampf gegen die Glaubensfeinde an. Gottes übermächtige Souveränität kommt im Text der Sopranarie „Nur ein Wink von seinen Händen stürzt ohnmächt´ger Menschen Macht“ zum Ausdruck. Ob das innige „Ich steh an deiner Krippen hier“, oder der feierliche Schlußchor mit dem virtuosen Trompeten - Solo, auch der letzte Teil des Weihnachtsoratoriums ist geprägt durch eine vielfältige musikalische und textliche Ausdruckswelt. Ungemein bewegt der letzte Satz des Oratoriums: „Bei Gott hat seine Stelle, das menschliche Geschlecht“.

Die Ausführenden sind: Gundula Peyerl (Sopran), Cecilia Tempesta (Alt), Julius Pfeifer (Tenor), Torsten Müller (Baß). Orchester unter Leitung von Joachim Ulbrich, Kantorei der Eusebiuskirche Wendlingen mit Gästen. Die Leitung hat Walter Schimpf.

Entnehmen Sie bitte alle weiteren Informationen der Presse.
Walter Schimpf